15.07.2016

Leonard Diepenbrock, TOX Dübel Technik: Darum brauchen Unternehmer Eierkartons, Bastelfilz und Empathie

Leonard Diepenbrock ist ein Mann mit vielen Talenten. Einem großen Publikum wurde er als Co-Moderator des RTL-Magazins „Exclusiv – Das Star Magazin“ als Vertretung von Frauke Ludowig bekannt, vielleicht aber auch von den Sendungen „Punkt 9“ oder „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“, durch die er geführt hat.


Geschäftsführer, Tox-Dübel-Technik GmbH & Ex-RTL Moderator

Diepenbrock ist aber auch Musikproduzent und war bereits mit 16 Jahren jüngster Fotoreporter bei der „Hamburger Morgenpost“. Der Hobby-Pilot hat darüber hinaus Wirtschaft studiert – unter anderem an der Harvard Business School in Boston. Das reicht eigentlich schon für drei Lebensläufe!

Auf der Bühne des Deutschen Handelskongresses (16.-17. November 2016 in Berlin) steht er jedoch als Geschäftsführer der familien-eigenen Unternehmen TOX Dübel Technik und Jean & Len. Das Startup Jean & Len besteht seit 2013 und bietet vegane Kosmetikprodukte an – „ohne Gedöns“, wie der Werbeslogan verspricht.

Seit 2006 widmet sich Leonard Diepenbrock der Weiterentwicklung dieser Unternehmen und geht dabei höchst innovativ und unkonventionell vor. Im Vorfeld des Deutschen Handelskongresses sprachen wir mit ihm über digitale Disruption, Scrum im Schwabenländle und Service-Strategien für den Handel.


TOX Dübel geht auch in der Werbung etwas unkonventionelle Wege

Herr Diepenbrock, Sie sprechen auf dem Deutschen Handelskongress in der Session „Future Business - Disruption als Innovationsquelle“. Warum tun sich viele Unternehmen so schwer damit, ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand zu stellen?

Leonard Diepenbrock: „Viele Unternehmen waren in den letzten Jahrzehnten damit beschäftigt, ihr Stammgeschäft zu optimieren. Unser Werkzeugkasten, den wir als Manager und Geschäftsführer bei uns tragen, taugt zum Optimieren und Reparieren.

Wir brauchen jetzt aber häufiger das Whiteboard und einen Stift, um Visionen zu diskutieren. Wir brauchen Eierkartons, Bastelfilz und Empathie, um in Stunden Prototypen zu basteln, von denen wir glauben, dass sie das Leben unserer Kunden besser machen könnten. Das ist dann aber eben genau kein Prüfstand, sondern eine neue Methode.“

Ihr Familienunternehmen besteht bereits seit 1947. Welche Transformationsprozesse machen Sie gerade durch?

Diepenbrock: „Wir haben gerade von der Handelskammer erfahren, dass es uns seit 1941 gibt. Gegründet in Berlin. Im richtigen Alter von 75 haben wir in der letzten Woche einen Design Thinking Workshop gemacht. Nächste Woche durchläuft ein Viertel aller Mitarbeiter die Schulung zum Scrum Master.

Vor drei Jahren haben wir eine Kosmetikfirma ausgegründet, Jean & Len Philosophie - vegane Pflege-Produkte, die der Handel dankbar angenommen hat, weil unser Claim "ohne Gedöns", (also ohne Parabene, Silikone etc.) offenbar gut in die Zeit passt.


Jean & Len bietet Pflegeprodukte „ohne Gedöns“

Für die Kultur bedeutet das eine Transformation. Mitarbeiter, die bisher wirklich für den Dübel gelebt haben, sind irritiert ob des verschobenen Koordinatensystems. Andere begeistert, während sie die neuen Möglichkeiten entdecken. Ich versuche, weg vom Abteilungsdenken hin zu einer Organisation des Team of Teams zu kommen.

Aus unserem Standort Krauchenwies wollen wir ein bisschen mehr Krauchenvalley wagen: "Mir mache Scrum, mir schaffe agile" klingt bereits, als wäre es Teil der schwäbischen DNA.

Der Begriff „Disruption“ passt auch ja auf Ihren Lebenslauf - wie verbinden Sie persönlich Ihre Leidenschaften für das Medien- und das Dübelgeschäft?

Diepenbrock: „Journalismus ist eine tolle Schule. Themen schnell begreifen - Inhalte gut vermitteln. Als Unternehmer ist das ebenfalls sehr nützlich. Das Privatfernsehen war Ende der Neunziger bereits eine agile Variante des tradierten Fernsehens.

Ich habe leidenschaftlich gern Fernsehen gemacht, jetzt erleben wir hier die Disruption durch das Internet. Ich persönlich schaue nur mehr Netflix.“

Was ist Ihre Botschaft an Handelsunternehmen?

Diepenbrock: „Ich glaube, dass Service, Kompetenz & Inspiration die Antwort des stationären Handels auf Amazon & Co. sein sollten. Ich bekomme also bei Hornbach Lust auf mein Projekt, und wenn ich wieder zu Hause bin, ist mir der nette Verkäufer aus der Eisenwarenabteilung in meiner Datenbrille live dazu geschaltet. Er hilft mir, richtig zu bohren.

Spätestens jetzt wird klar, wie ich Fernsehen und Dübel zusammenbringe. Da muss kein Handwerker dazu kommen. Der Kunde ist stolz, es selber gemacht zu haben. Ganz nebenbei: Den Service kann der Handel vielleicht rentabler monetarisieren, als den Dübel an sich.“

Leonard Diepenbrock ist ein Querdenker mit Leidenschaft - erleben Sie ihn live in Berlin! Alle Infos zum Deutschen Handelskongress finden Sie hier

Deutscher Handelkongress 2016

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