14.09.2016

Oliver Bierhoff über Big Data und Bauchgefühle

Big Data ist der Marketing-Trend der Stunde. Aber auch im Profi-Fußball wird die Auswertung großer Datenmengen immer wichtiger und unterstützt sowohl die Trainer bei ihrer Arbeit als auch die Team-Manager, wenn es um den Einkauf von Talenten geht.

Oliver Bierhoff ist seit 2004 Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und weiß, wovon er spricht, wenn es um Big Data geht. Das ist der Grund, warum er auf dem Deutschen Handelskongress hierüber sprechen wird: „Future Data – Strategischer Einsatz von Big Data“. Gemeinsam mit Dr. Tobias Wachinger, Senior Partner McKinsey & Company bestreitet er dieses spannende Dialogforum.

Wir hatten die Gelegenheit, bereits vorab mit ihm über die Bedeutung von Big Data zu sprechen – und was der Trend für die Topspieler bedeutet.

Herr Bierhoff, von der Packing Rate bis zur Passquote sehen wir aktuell eine wahre Datenexplosion im Profi-Fußball. Was macht das mit dem Sport generell und wie profitieren Vereine davon?

Oliver Bierhoff: „Wir sprechen ja heute vom gläsernen Spieler. Die neuen Datenmengen und die Erkenntnisse daraus führen dazu, dass man den Sport noch genauer und detaillierter analysieren kann und jeden Spieler individueller begleiten und trainieren kann.

Was früher häufig Bauchgefühl war, kann man jetzt mit wissenschaftlichen Daten be- oder widerlegen. Außerdem bringen neue Daten manchmal auch vollkommen neue Erkenntnisse.“
 
Inwieweit setzt „Die Mannschaft“ auf Datenanalysen? Welchen Einfluss hat Big Data auf die Besetzung und den Einsatz des Teams?

Oliver Bierhoff: „Big Data wird auch im Fußball immer bedeutender. Mit unserem Partner SAP und unseren Analysten hatten wir schon bei der WM 2014 Daten in einem interessanten Tool genutzt. Wir arbeiten intensiv daran, immer bessere und immer mehr Daten zu ermitteln und diese in unterschiedlicher Form an die Trainer und Spieler zu vermitteln.

Am Ende entscheidet natürlich der Trainer oder Spieler über die finale Handlung, aber die Datenanalysten stellen wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung bereit.“


Die Spieler sind heute selbst zu Medien geworden, wenn man bedenkt, dass z.B. Mesut Özil alleine 8,5 Mio. Instagram Abonnenten hat. Wie verändert das die Anforderungen an heutige Spitzenprofis?

Oliver Bierhoff: „Man muss natürlich zwischen den Top-Spielern und dem „normalen“ Fußballprofi unterscheiden. Neben der eigenen Vermarktung machen Spieler mittlerweile auch über ihre sozialen Kanäle eigene Medienarbeit.

Der Profi von heute sollte neben seinen fußballerischen Qualitäten auch die Fähigkeit haben, Medien und Sponsoren zu bedienen. Insofern sind die Topspieler mittlerweile kleine eigene Unternehmen.“
 
Erleben Sie Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft live auf dem Deutschen Handelskongress 2016! Alle Infos erhalten Sie hier.

Deutscher Handelkongress 2016

Bitte füllen Sie das Formular vollständig aus!

Ihr Name/E-Mail


Name/E-Mail des Empfängers